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Eltern auf der Neugeborenen Intensivstation während COVID

Eltern auf der Neugeborenen-Intensivstation – warum Experten fordern, Babys und ihre Eltern nicht zu separieren

Die Rolle von Eltern auf der Neugeborenen-Intensivstation, auch neonatologische Intensivstation genannt, ist von entscheidender Bedeutung für die Versorgung frühgeborener oder kranker Babys – vom Stillen von Frühgeborenen bis hin zum direkten Haut-an-Haut-Kontakt. Aber was passiert, wenn eine globale Pandemie Sorgen um Neugeborene und COVID verursacht und die Zeit, welche gemeinsam auf der Neugeborenen-Intensivstation verbracht werden kann, massiv einschränkt?

Dienstag, 16. November 2021

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, dass Mütter und ihre Neugeborenen nach der Geburt zusammenbleiben sollten, um das Stillen zu ermöglichen, die Bindung zu stärken und die Entwicklung des Babys zu fördern. Eine weltweite Befragung von Eltern mit Babys auf der Neugeborenen-Intensivstation (engl.: NICU – Neonatal Intensive Care Unit) während der COVID-19- Pandemie ergab jedoch, dass nahezu drei Viertel (71 %) der befragten Eltern der Ansicht waren, dass die eingeführten Einschränkungen es ihnen erschwerten, bei ihrem Neugeborenen zu sein, und so möglicherweise mehr Schaden als Nutzen angerichtet wurde. Falls Sie gerade ein Frühchen bekommen haben oder befürchten, dass dies der Fall sein könnte, sollten Sie sich über die aktuelle Situation und Ihre Rechte im Hinblick auf die Versorgung Ihres Frühgeborenen informieren.

Haut-an-Haut-Kontakt auf der Neugeborenen-Intensivstation


Haut-an-Haut-Kontakt auf der Neugeborenen-Intensivstation (auch als Känguru-Methode oder ‘kangaroo care’ bekannt), bei welcher das Baby direkt auf den nackten Oberkörper der Mutter oder des Vaters gelegt wird, stellt eine der besten Möglichkeiten dar, eine Bindung zum Neugeborenen aufzubauen und ist besonders wichtig bei der Versorgung von Frühgeborenen.

Es ist erwiesen, dass sich das Gefühl einer emotionalen Verbundenheit mit den Eltern von klein auf vorteilhaft auf die Entwicklung von frühgeborenen oder kranken Kindern sowie von Babys mit geringem Geburtsgewicht auswirken kann. Dieses Gefühl der Verbunden- und Geborgenheit kann neben dem sozialen und emotionalen Verhalten des Kindes im späteren Leben auch die psychische Gesundheit der Eltern positiv beeinflussen – denn auch frühgeborene Eltern brauchen Fürsorge.

Allerdings durften nur 10 % der über 2000 befragten Eltern direkt nach der Geburt Haut-an-Haut-Kontakt auf der Neugeborenen-Intensivstation mit ihrem Baby haben, während fast ein Viertel mindestens eine Woche darauf warten musste. 21 % gaben sogar an, dass ihnen diese Art des Kontakts während des gesamten Krankenhausaufenthaltes überhaupt nicht erlaubt wurde. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte der Eltern (56 %) entweder erst nach der ersten Woche auf der Neugeborenen-Intensivstation oder sogar erst zu Hause erstmals direkten Hautkontakt mit ihrem Baby hatten; oder sie hatten dies zum Zeitpunkt der Umfrage noch nicht getan.

Von jenen Eltern, welche Haut-an-Haut-Kontakt auf der Neugeborenen-Intensivstation mit ihrem Baby haben konnten, erklärten nur 30 %, dass sie dies so oft tun konnten, wie sie wollten, während fast einem Zehntel aller Eltern ein direkter Hautkontakt mit dem Baby nur weniger als einmal pro Woche möglich war.

Babys und ihre Eltern sollten auf der Neugeborenen-Intensivstation nicht voneinander getrennt werden

Durch eine enge körperliche Nähe können Frühgeborene nicht nur vom Haut-an-Haut-Kontakt mit den Eltern profitieren, sondern auch davon, dass sie sie riechen und ihre Stimme hören können. Dies kann sich auf die Bindung zwischen Eltern und Baby sowie auf die Emotionen, das Verhalten und das Lernen des Kindes im späteren Leben auswirken.

Während 74 % der Mütter dabei sein konnten, wenn ihr Baby eine spezielle Behandlung erhielt, war dies nur 56 % der Väter oder Partner erlaubt. Ausserdem gaben rund 63 % der Befragten an, dass nicht beide Elternteile gleichzeitig anwesend sein durften.

Nur etwas mehr als die Hälfte (55 %) der befragten Eltern gab an, die ganze Zeit oder mehrmals am Tag bei ihrem Baby sein zu können. Fast ein Drittel (30 %) konnte nur bis zu einer Stunde bei ihrem Baby verbringen. Traurigerweise durften in einem von fünf Fällen (21 %) überhaupt keine Familienmitglieder auf die Neugeborenen-Intensivstation kommen.

Betreuung von Frühgeborenen im Krankenhaus

Es kann ein grosser Schock sein, Eltern eines zu früh geborenen Kindes zu werden. Wenn Sie jedoch so früh wie möglich in die Pflege Ihres Babys einbezogen werden, können Sie die Bindung zu Ihrem Kind stärken und sich in Ihrer Rolle als Elternteil von Beginn an erfüllt fühlen. Mütter und Väter sollten dazu ermutigt werden, das Personal der Neugeborenen-Intensivstation bei der Pflege von Frühgeborenen zu unterstützen, sobald diese in einem stabilen Zustand sind, beispielsweise durch Tätigkeiten wie Windelwechseln, Baden, Fiebermessen und Füttern. Auf diese Weise übernehmen Sie nach und nach mehr Verantwortung, bis Sie schliesslich in der Lage sind, das Krankenhauspersonal vollständig abzulösen.

Obwohl fast drei Viertel (72 %) der befragten Eltern angaben, dass das medizinische Team der Neugeborenen-Intensivstation sie zu einem gewissen Grad in die Pflege ihres Babys einbezog, erklärte nur etwa die Hälfte, dass dies in einem grossen Ausmass der Fall war, und mehr als ein Viertel (28 %) erklärte, dass dies gar nicht geschah. Darüber hinaus gaben 49 % an, dass das medizinische Personal die Ehe- oder Lebenspartner überhaupt nicht in die Pflege ihres Babys einbezog.

Herausforderungen beim Stillen von Frühgeborenen

Für das Füttern Ihres Babys verantwortlich zu sein, ist für Ihre Rolle als Eltern von zentraler Bedeutung. Möglicherweise werden Sie feststellen, dass das Stillen von frühgeborenen oder kranken Babys schwierig sein kann, da sie anfangs nur mühsam von der Brust trinken können. Dennoch können Sie sicherstellen, dass Ihr Baby die bestmögliche Ernährung erhält, indem Sie Ihre Muttermilch abpumpen. Für Frühchen, die einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt sind, ist die Muttermilch besonders wichtig, da sie schützende Antikörper enthält. Die Stillberaterinnen der Neugeborenen-Intensivstation können Ihnen helfen, die für Sie optimale Art und Weise des Stillens zu finden und Sie dabei unterstützen, das Füttern Ihres Babys zu erlernen.

Trotz der Herausforderungen, die die COVID-19-Beschränkungen mit sich bringen, gaben mehr als 85 % der befragten Eltern an, dass ihre Babys in den ersten Wochen teilweise oder ausschliesslich gestillt oder mit abgepumpter Muttermilch gefüttert wurden. Mehr als drei Viertel (77 %) waren der Meinung, dass das Stillen vom Personal der Neugeborenen-Intensivstation gefördert wurde, und zwar meist am ersten Tag oder in der ersten Woche nach der Geburt. Mit Ausnahme jener Eltern, welche sich zum damaligen Zeitpunkt in Quarantäne befanden, konnten über 70 % der Befragten ihre abgepumpte Muttermilch zur Neugeborenen-Intensivstation bringen.

Neugeborene und COVID vs. Trennungsrisiken

Eltern auf der Neugeborenen-Intensivstation stehen ohnehin schon unter erheblichem Stress, sodass es ist nicht verwunderlich ist, dass eine weltweite Pandemie diesen Stress noch verstärkt. Neben der Sorge um das Neugeborene und COVID kann es eine zusätzliche Komplikation sein, dass Sie nicht bei Ihrem Kind sein dürfen. Allerdings fanden Forscher heraus, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass sich Neugeborene im Krankenhaus bei infizierten Müttern mit dem Virus anstecken, und falls doch, so sind die Symptome meist nur mild. Es ist sogar wahrscheinlicher, dass sie sich beim medizinischen Personal anstecken könnten. Aus diesem Grund und insbesondere in Anbetracht der Risiken für die Bindung, die Entwicklung des Kindes und die psychische Gesundheit der Eltern, die ein eingeschränkter Zugang zur Neugeborenen-Intensivstation mit sich bringen kann, fordern viele Organisationen auf der ganzen Welt unter dem Stichwort ‘Zero Separation’ eine Aufhebung der Trennung zwischen Eltern und ihren zu früh geborenen oder kranken Babys. Schliesslich ist Ihre Rolle als Eltern entscheidend, wenn es um die Versorgung Ihres Neugeborenen geht – auch während einer Pandemie.

Quellen
https://www.efcni.org/health-topics/in-hospital/breastfeeding-and-infant-nutrition/feeding-vulnerable-infants/#1618929471029-7f195c7a-f4a6 (Aufgerufen am 22. September)
https://www.efcni.org/health-topics/in-hospital/breastfeeding-and-infant-nutrition/providing-expressed-breast-milk/ (Aufgerufen am 22. September)
https://www.efcni.org/health-topics/in-hospital/developmental-care/skin-to-skin-care/#1 (Aufgerufen am 22. September)
https://www.efcni.org/health-topics/in-hospital/developmental-care/the-family-in-the-nicu/#3 (Aufgerufen am 22. September)
Kostenzer J et all. Neonatal care during the COVID-19 pandemic – a global survey of parents’ experiences regarding infant and family-centred developmental care. EClinicalMedicine 2021; 39:101056.

Zuletzt überarbeitet: Oktober 2021

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